Dein zündender Berufseinstieg!

 

Es gibt nur einen Job – Deinen Job!
Und dein Job wartet schon auf dich. Deshalb hol ihn dir, bevor’s ein anderer tut!
Das Projekt „JOB-RAKETE“ bereitet dich optimal auf deinen Berufseinstieg vor!
Unabhängig davon, ob Du gleich den Weg in die Ausbildung suchst, nach der Schule auf ein Berufskolleg gehst oder später noch studieren willst, wir helfen dir dabei, gut vorbereitet an den Start zu gehen.
Berufsprofis erzählen über ihre Arbeit und ihren Weg in den Job.
Deine Fragen kannst Du ihnen hautnah stellen und nebenbei wichtige Kontakte knüpfen.
Ein individuelles Job-Coaching mit Workshops zu den Themen Kommunikation, Kreativität, Beziehungen & Bewerbungstraining macht dich fit für deinen Start in die Berufswelt.
In einem Interkulturellen Training vermitteln wir dir, dass ein Migrationshintergrund und auch Mehrsprachigkeit ein wertvolles Kapital und kein Handicap sind.
Du entwickelst eine Vision für deine Zukunft und lernst, sie zu vertreten.

Projektbeschreibung

Die „JOB-RAKETE“ wurde im Jahr 2013 als Kooperationsprojekt von FIBEr e.V., Fraueninitiative für Bildung und Erziehung und der Katholischen Familienbildungsstätte in Bonn durchgeführt. Es ist ein berufsbildendes und interkulturelles Projekt und richtet sich besonders an weiterführende Real- und Gesamtschulen, deren Schüler/-innen einen hohen Migrationsanteil aufweisen.
Die Zielgruppe bilden alle Schüler/-innen der Klassen 9-10 der mit uns kooperierenden Schule. Nach Absprache können auch Partnerschulen im Stadtteil mit eingebunden werden. Im Rahmen einer einführenden Informationsveranstaltung werden darüber hinaus die Eltern, der Elternbeirat und das Lehrerkollegium über das Projekt informiert.
Der Berufseinstieg für Jugendliche mit Migrationshintergrund gestaltet sich nach wie vor oft wesentlich schwieriger als der ihrer Mitschüler/-innen ohne Migrationshintergrund. Diese Tatsache wiegt umso schwerer, als dass in dieser Hinsicht eine große Gruppe junger Menschen betroffen ist, die mit diversen Einstiegsproblematiken konfrontiert werden. So betrug im Jahr 2009 der Anteil der Personen mit Migrationshintergrund an der gesamten Bevölkerung Deutschlands 25% und bei den 20- bis unter 25-Jährigen 23%. Rund ein Viertel derjenigen, die sich in der Altersspanne befinden, in der in der Regel der Übergang von der allgemeinbildenden Schule in eine Berufsausbildung bzw. ein Studium stattfindet, kommt demnach derzeit aus einer Familie mit Zuwanderungsgeschichte.

Monika Beicht definiert im BIBB-Report 2011 drei Kernprobleme für junge Schulabgänger/-innen mit Migrationshintergrund:

1. Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund haben im deutschen Bildungssystem von Beginn an erhebliche Nachteile

„Bereits zu Beginn der Grundschule zeigen sich klare Unterschiede in den allgemeinen und sprachlichen Kompetenzen, die auf einen erheblichen “Startnachteil” der Migrantenkinder schließen lassen.“

2. Junge Migranten/-innen weisen nach Beendigung ihrer Schulzeit deutlich schlechtere schulische Qualifikationen auf

Grundsätzlich hängen die Zugangschancen zu einer vollqualifizierenden Ausbildung sehr stark von dem erreichten Schulabschluss und den Schulnoten auf dem letzten Zeugnis ab.

Dies gilt für Schüler/-innen mit wie ohne Migrationshintergrund gleichermaßen. Erwiesenermaßen erreichen Jugendliche mit Migrationshintergrund jedoch im Vergleich zu Jugendlichen ohne Migrationshintergrund am Ende der allgemeinbildenden Schulzeit deutlich schlechtere schulische Qualifikationen, was ihnen die Suche nach einem Ausbildungsplatz erheblich erschwert. Besonders alarmierend sind in dieser Hinsicht die internationalen Grundschuluntersuchungen der mathematischen und naturwissenschaft-lichen Kompetenzen TIMSS 2007 und der Lesekompetenzen IGLU 2006.

Sie ergaben, „dass der Einfluss der sozialen und ethnischen Herkunft auf die Leistungen der Schülerinnen und Schüler in Deutschland höher ist als in vielen anderen Staaten.“

3. Vorbehalte der Unternehmen erschweren jungen Migranten/-innen den Einstieg

Mit Blick auf die betriebliche Ausbildung weisen aktuelle Studien kaum Abweichungen bei den Such- und Bewerbungsstrategien der Bewerber/-innen aus Migrantenfamilien auf.

„Die Gründe für den wesentlich schwierigeren Zugang zu betrieblicher Ausbildung, den Jugendliche mit einer Migrationsgeschichte im Vergleich zu denjenigen ohne Migrationshintergrund selbst unter ansonsten gleichen Voraussetzungen haben, dürften – hierauf weisen andere vorliegende Studien hin – vor allem in den Selektionsprozessen der Betriebe bei der Vergabe ihrer Ausbildungsplätze zu suchen sein.“ Bei den Betrieben besteht offensichtlich häufig eine Unsicherheit nicht nur über das Lern- und Leistungspotenzial der Bewerbungskandidatinnen und -kandidaten, sondern auch über andere erwünschte Merkmale wie z.B. Zuverlässigkeit oder “Passung” in die betriebliche Belegschaft.

„Um diese Unsicherheit zu reduzieren, greifen Betriebe – gemäß der Signaltheorie und dem Ansatz der Arbeitskräftewarteschlange – neben den Schulabschlüssen auch auf askriptive Merkmale wie Migrationshintergrund oder Ausländerstatus zurück und berücksichtigen diese bei der Sortierung der Kandidatinnen und Kandidaten in die Warteschlange“.

Ein niedriger Schulabschluss wird in Verbindung gebracht mit:

- geringerer Leistungsmotivation
- weniger Leistungsfähigkeit
- geringerer Belastbarkeit
- fehlender Zuverlässig

Diese Eigenschaften werden nach der Logik statistischer Diskriminierung der gesamten Gruppe der Jugendlichen mit Migrationshintergrund zugeschrieben, da sie häufiger über eine geringe schulische Qualifikation verfügen als die ohne Migrationshintergrund.

Dies könnte eine Erklärung dafür sein, dass ein mittlerer Schulabschluss bei jungen Migrantinnen und Migranten weniger “anerkannt” wird und sich weniger positiv auf die Übergangschancen auswirkt.
„Darüber hinaus vermuten Betriebe bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund oftmals auch größere Risiken bei der Ausbildung, wie Studien aus den 1990er-Jahren zeigen.“

Es ist demnach absolut unverzichtbar, Kinder und Jugendliche besonders mit Migrationshintergrund auf dem Weg von der Schule in den Beruf gezielt und wesentlich individueller zu fördern. Da die Schulen diesen Auftrag nicht flächendeckend erfüllen können, sind in dieser Hinsicht die Projekte freier Träger besonders wichtig und unterstützend.

Die „JOB-RAKETE“ ist ein solches Projekt und bietet den Jugendlichen echtes Potential für Information, Wachstum und Weiterentwicklung in beruflicher und interkultureller Hinsicht.

Das Projekt besteht aus zwei verschiedenen Phasen, die zeitlich aufeinander folgen.

„JOB-RAKETE“ – Zündungsstufe 1

Unter dem Motto „Profis erzählen – spannende Einblicke in die Berufswelt“ schildern Experten/-innen aus verschiedenen Branchen ihren Werdegang und ihre Berufswelt. Dabei stellen sich jeweils ein Referent/eine Referentin mit und ohne Migrationshintergrund vor. Neben „klassischen“ und häufig gewählten und gewünschten Berufen (wie Anwaltsgehilfe/-in, Werbekaufmann/-frau, Kaufmann/-frau für Bürokommunikation, Bankkaufmann/-frau) stehen in diesem Projekt zusätzlich auch weniger bekannte, doch dafür sehr gesuchte Berufe (wie Hörgeräteakustiker und Berufe aus dem sozialen, medizinischen, pflegerischen sowie technischen Bereich) im Fokus. Auch das Handwerk mit seinen vielfältigen Ausbildungsmöglichkeiten wird vorgestellt.

In individuellen Vorträgen werden die Chancen und Perspektiven, die ihre Berufe aus der Sicht der Referenten/-innen bieten, vermittelt. Es gibt viele Wege in eine berufliche Zukunft und dementsprechend wird eine Vielzahl von Ausbildungswegen und Berufen vorgestellt. Auf diese Weise wächst die Bandbreite der Auswahlmöglichkeiten für die Schüler/-innen. Im Anschluss an jeden Vortrag besteht zudem die Gelegenheit, Fragen zu stellen und mit den Profis zu diskutieren. Der Zugang zu den vorgestellten Berufen erfolgt dadurch sehr detailliert und lebensnah. Diese Projektphase bildet darüber hinaus eine wichtige Plattform für den persönlichen Kontakt zu Unternehmen. Im Rahmen der Veranstaltungen haben die Schüler/-innen auch die Möglichkeit, sich unmittelbar über die Experten/-innen um Praktika und Ausbildungsplätze zu bemühen.

Im Hinblick auf die Schüler/-innen mit Migrationshintergrund wird durch die Referenten/-innen mit Migrationshintergrund deutlich, dass die eigene Herkunft und ein Migrationshintergrund nicht zwangsläufig einen Nachteil darstellen, sondern als Ressource genutzt und so kommuniziert werden können. Die eigene interkulturelle Kompetenz wird in dieser Hinsicht ein wesentliches Thema sein.

„JOB-RAKETE“ – Zündungsstufe 2

Die zweite Projektphase bildet eine berufsbildende und interkulturelle Workshop-Reihe für Schüler/innen der 10. Klassen. An einem mit der kooperierenden Schule abzustimmenden Nachmittag finden jeweils vier halbtägige Workshops zu folgenden Themen teil:

- Kreativität
- Kommunikation
- Beziehungsmanagement & Eigen-PR
- Bewerbungstraining

Die Themen werden von professionellen Referenten/-innen interaktiv vermittelt. Dabei legen wir besonderen Wert auf das dialogische Lernen und die Arbeit mit Rollenspielen. Ein ganzer Samstag dient dem Interkulturellen Coaching und der Vermittlung von interkultureller Kompetenz durch eine interkulturelle Trainerin. Am Ende der Projektphase findet eine Präsentation des eigenen Zukunftstraumes der Schüler/innen mit anschließender Abschlussfeier statt.

1. Schritt

Sobald die Förderzusage vorliegt, erfolgt ein Abstimmungsgespräch zwischen der kooperierenden Schule und FIBEr e.V. Besonders geeignet ist das Projekt “Job-Rakete” für alle Bonner Schulen, die einen hohen Migrationsanteil der Schülerschaft aufweisen.
Die Rahmenbedingungen (wie die Umsetzung der Informationsveranstaltung sowie die Einbindung in den Unterricht) werden gemeinsam festgelegt.

2. Schritt

FIBEr e.V. stellt die Kontakte zu den Profis aus der Berufswelt her und erstellt einen Themen- und Terminplan. Dabei nutzen wir sehr stark unsere gute Vernetzung und die berufliche Bandbreite unserer Mitglieder.

3. Schritt

Es empfiehlt sich, das Projekt entweder zum Jahresbeginn oder aber nach den Sommerferien zu starten. Nach einer Auftaktveranstaltung finden als Phase 1 alle zwei bis drei Wochen berufsbildende Vorträge statt, die direkt in den vormittäglichen Unterricht eingebunden werden. In der Pause zwischen den Vorträgen erhalten die Teilnehmer/-innen eine kleine gesunde Zwischenmahlzeit (mit Obst und erfrischenden Getränken). Die Absprache über die Termine erfolgt im Vorfeld mit der Schulleitung und den Fachlehrern. Je nach Möglichkeit erfolgen im Nachgang zu den Vorträgen Besuche der beteiligten Unternehmen.

Im Anschluss an die Phase 1 folgt die nächste Projektphase.  Alle zwei bis drei Wochen finden je vier halbtägige Workshops und zwei ganztägige Workshops zu berufsrelevanten Themen statt. Die Abschlussveranstaltung, die einen ganztägigen Workshop ausmacht, bildet mit den Zukunftsvisionen der Schüler/-innen, die diese persönlich vorstellen, einen besonderen Höhepunkt.

4. Schritt

Auswertung des Projektes: Die Schüler/-innen erhalten nach jeder Veranstaltung einen Feedback-Bogen, in dem sie festhalten, wie ihnen die Vorträge gefallen haben und welchen Nutzen sie konkret daraus ziehen konnten. Die Fragebögen werden im Nachgang zu den Veranstaltungen ausgewertet.

 

Alle Fragen zum Projekt beantwortet Ihnen gerne: Angela Ehlert (Mail-Adresse: a.ehlert@fiber-bonn.de oder telefonisch unter: 01522/169 74 25).

Artikel im General Anzeiger