FarbenStark.
– Ein kunsttherapeutisches Projekt für Frauen mit Fluchtgeschichte.

 

Projektidee und Zielsetzung
Für Menschen mit Fluchtgeschichte ist es oft schwierig, Verluste verschiedenster Art, Erfahrungen von Orientierungslosigkeit und Ohnmacht zu bewältigen. Das ist für Frauen häufig besonders herausfordernd, denn sie sind sowohl vor wie auch auf der Flucht großen Belastungsfaktoren ausgesetzt. Dabei geht häufig nicht nur die äußere Stabilität verloren, sondern auch die innere. Nicht wenige Frauen verlieren in diesem Prozess das Vertrauen in sich selbst und die Umgebung wie auch das Gefühl für die eigenen Ressourcen. Die psychischen Belastungen, die sie zu tragen haben, treten spätestens, wenn die Notversorgung sichergestellt und eine Bleibeperspektive eröffnet wurde, ans Tageslicht.
FarbenStark ist ein niederschwelliges, kultursensibles Gruppenangebot, das auf die Nöte und Bedürfnisse von Frauen mit Fluchtgeschichte eingehen und ihnen dabei helfen möchte, sich der aktuellen Situation entsprechend zu stabilisieren.

Zielgruppe
Unser Projekt richtet sich an max. 10 Frauen mit Fluchtgeschichte ab 18 Jahre. Kurssprache ist Deutsch (gerne B1), ggf. werden wir uns „mit Händen und Füßen“ verständigen. Künstlerische Vorkenntnisse sind explizit nicht erforderlich.
Bei Bedarf wird eine Kinderbetreuung angeboten.
Die Teilnahme ist kostenlos.

Zeitplan
FarbenStark findet an sechs Treffen à 2 Zeitstunden in einem 14tägigen Rhythmus statt.
Jeweils von 14-16 Uhr: 07.09., 21.09., 05.10., 19.10., 02.11., 16.11., 30.11., 14.12.2016
Neue Termine: 11.01., 18.01., 24.01., 01.02.2017

Veranstaltungsort
Rudolf Steiner Haus, Thomas-Mann-Str. 36, 53111 Bonn (Nähe Hauptbahnhof)
Aktuell: Flüchtlingsunterkunft, ehemalige Poliklinik, Wilhelmstraße 31, 53111 Bonn.

Inhalt
Mit psychotherapeutischen Stabilisierungsmethoden sowie unterschiedlichen kreativen Medien wie Malen, Gestalten, Zeichnen und Bewegung, möchten wir den Teilnehmerinnen den Raum geben, wieder zu innerer Balance zu finden. Der nonverbale Zugang über kreative Medien ist auch vor dem Hintergrund sprachlicher Barrieren besonders geeignet, eine Reflexion unabhängig von der verbalen Ausdrucksfähigkeit zu ermöglichen. Dabei wird stets eine wertschätzende, ressourcenorientierte Haltung eingenommen, die die Frauen dabei unterstützen soll, sich zu stabilisieren und im Hier und Jetzt anzukommen. Es werden Materialien angeboten, die im geschützten Rahmen der Gruppe zum freien, spontanen Gestalten anregen und keinerlei künstlerisches Können voraussetzen.

Den aktuellen Kursflyer finden Sie hier.

Projektleitung
Sunna Everling ist psychologische Psychotherapeutin. In ihrer Psychotherapie-Praxis in Bonn hilft sie anderen dabei, ungelöste Problemlagen zu verstehen, damit sich neue Perspektiven ergeben. Da sie kulturelle, religiöse und sprachliche Vielfalt als Bereicherung erlebt, engagiert sie sich nicht nur als Vorstandsmitglied von FIBEr e.V. (seit 2013) für interkulturelle Verständigung und transkulturelle Begegnung. Nachdem sie bereits im Studium in der Türkei war und mehrere Jahre in einer türkischen Psychotherapie-Praxis in Köln gearbeitet hat, ist sie mit der türkischen Sprache sowie Kultur sehr vertraut. Weiterhin ist sie als Juniordozentin an der Köln-Bonner Akademie für Psychotherapie tätig. Aktuell geht sie an der Universität Bonn dem Studium der arabischen Sprache sowie der Orient-/Asienwissenschaften nach. Näheres zu Sunna Everling und ihre Arbeit unter: www.psychotherapeutin-bonn.de.

 

 

Katrin Sauerland ist Kunsttherapeutin und Traumakunsttherapeutin (PITT nach L. Reddemann), Jahrgang 1960, in Hamburg aufgewachsen und seit vielen Jahren hier im Westen zu Hause.
Studium der Kunsttherapie an der Alanushochschule. Seit 2009 arbeitet sie für die NGO „Freunde der Erziehungskunst“ in der Notfallpädagogik unter anderem im Gazastreifen und im Nordirak… Jede notfallpädagogische Intervention zugunsten von traumatisierten Kindern und Jugendlichen in Kriegs- und Katastrophenregionen hat die Aufgabe, das Leid der Betroffenen durch pädagogisch-therapeutische Maßnahmen zu lindern, ihre Gesamtkonstitution zu stärken und ihre Selbstheilungskräfte zu fördern.

 

 

Projektkoordination
Hülya Dogan, Vorsitzende FIBEr e.V.